NEWS 2009

 

Deutscher Mannschaftsmeister 2009
mit Team EJOT TV Buschhütten

19/07/2009


Drei, zwei, eins = EJOT Team

Ein Traum wird Wirklichkeit. Die Vision wird Realität. Gehofft, gebangt, gejubelt.

Sensation perfekt

Der Mittelpunkt der Triathlonwelt liegt in Buschhütten. 2002 abgestiegen,
2005 wieder aufgestiegen, 2006 10.Platz, 2007 3. Platz, 2008 2.Platz,

2009 Deutscher Triathlon-Mannschaftmeister.

Dies ist die Erfolgsstory des EJOT Team TV Buschhütten. Anfangs als Größenwahn
und Spinnerei abgetan, verneigt sich nun die nationale Triathlonwelt vor dem
kleinen Ort im Siegerland.

Doch beginnen wir mit der Dramaturgie des vierten und letzten Bundesligawettkampfes
im Baden - Württembergischen Offenburg.

14.30 Uhr: Besprechung mit den Teambetreuern des EJOT Teams TV Buschhütten.
Teambetreuer Marco Göckus, der sportliche Leiter Ralf „Doc“ Schneider, Teamarzt
Dr. René Burchhard, Physiotherapeut Carsten Wunderlich und Teammanager Rainer
Jung legen gemeinsam die Marschroute für den um 4 Stunden später statt findenden
wichtigsten Wettkampf der Vereinsgeschichte fest.

„Vollgas“ heißt die Devise.

Und die sechs, nach Offenburg angereisten Teammitglieder, „heiß machen“, motivieren
bis die Haarspitzen. Jedes noch so kleine Details des am Abend folgenden
Sprintwettkampfes, wird noch einmal besprochen und akribisch genau festgelegt. Jedes
EJOT Team Mitglied, welches am Abend 750m Schwimmen, 20 Km-Radfahren und 5 km
Laufen soll, bekommt an diesem Tag einen persönlichen Betreuer, für die wichtigste
Stunde in der Vereinsgeschichte. Räder checken, persönliche Verpflegung abstimmen, Wettkampfbekleidung nochmals überprüfen, die Wettkampfstrecken noch einmal in
Gedanken durchspielen, wird die Aufgabe der Betreuer sein. Und Mut zu sprechen.
Neben der vorhandenen Nervosität an die eigene Stärke appellieren. Seit 3 Jahren
war das EJOT Team TV Buschhütten bei jedem Triathlon Bundesligawettkampf unter
den besten drei Teams in Deutschland. Und genau dieser 3.Platz reicht an diesem Tag,
um am Ende die Meisterschaft zu erringen.

Also „Bange machen gilt nicht !“

15.00 Uhr: Dann stoßen zur Teambesprechung die Triathleten Ivan Vasiliev, Michael Raelert,
Marek Jaskolka, Tim Lange, Hauke Horstmann und Helge Mütschard. Auf Zimmer 321,
das Zimmer von Teammanager Rainer Jung und seiner Gattin Sabine, findet die letzte,
aber auch wichtigste Teambesprechung der letzten 7 Jahre statt. Und wie die Zimmernummer
bereits verrät, soll nach dem dritten und dem zweiten Platz in den letzten beiden Jahren nun
der erste Stern auf das Wettkampftrikot der Buschhüttener Triathleten kommen. Mit den
Triathleten wird noch einmal eingehend jedes noch so kleine Detail besprochen.
Aber das wichtigste folgt dann am Ende des Meetings. Teammanager Rainer Jung richtet
nun an jeden der sechs Triathleten einige persönliche Worte. Auf Englisch an den russischen
Neuzugang Ivan Vasiliev. Er soll beim Wettkampf die Buschhüttener Triathleten erneut von der
Spitze aus anführen. Wie auch in den vorangegangenen Wettkämpfen in Witten und Schliersee
sollt Vasiliev erneut eine Top-Five Platzierung einfahren. Besonders an die mentale Stärke von
Teamkapitän Michael Raelert appelliert Rainer Jung.

Raelert, im letzten Jahr noch der beste Triathlet der gesamten Bundesliga, ist in diesem
Jahr der einzige Buschhüttener Triathlet, der alle vier Wettkämpfe bestritt. Mit konstant
guten Leistungen soll er auch in Offenburg ein Garant für den Erfolg sein. Hauke Horstmann,
den Jung als „Konstante“ im Team bezeichnet und ebenfalls drei Wettkämpfe bestritt,
ergeht der Wunsch mit seiner Ruhe und Ausgeglichenheit, aber auch sportlichen Stärke,
ebenfalls eine gute Platzierung zu erreichen. Von dem in Bremen lebenden Marek Jaskolka,
der mit 32 Jahren der Erfahrenste an diesem Tag ist, wünscht sich Teammanger Rainer Jung,
das er seine gesamte Erfahrung , erlebt in vielen internationalen Triathlon „Schlachten“,
heute in die Waagschale wirft. Und Jaskolka soll auch für den Youngster am heutigen Tag,
Tim Lange, der ebenfalls seinen ersten Ligawettkampf für das EJOT Team TV Buschhütten
bestreitet, ein wichtiger, aber auch ruhender Pol zu sein. Lange der mit guten nationalen und
internationalen Ergebnissen, sich in den letzten Wochen einen Einsatz in der ersten
Bundesligamannschaft verdient hat, soll seine jugendliche Unbekümmertheit einbringen.
„Last but noch least“ bedankt sich Jung bei dem als Ersatzstarter mit nach Offenburg
angereisten Helge Mütschard. Auch er ist, allein durch seine Anwesenheit, ein wichtiger
Bestandteil der Mannschaft. So eingestellt und mit einer ganz breiten Brust, soll
Triathlongeschichte geschrieben werden.

17.30 Uhr: Alle 6 Triathleten fahren mit ihren Rädern zum, nur wenige hundert Meter vom
Teamhotel entfernten, Gifiz See. Einchecken ist der erste Punkt der Agenda. Fünf
Hightech-Räder werden fein säuberlich, in die dafür vorgesehenen Ständer eingestellt. Helm
bereitgelegt, Startnummer platziert, Laufschuhe noch einmal zurechtgelegt. Die fünf Betreuer
kontrollieren aus der Ferne noch einmal jeden Handgriff ihrer Schützlinge. Helfen dürfen
sie nicht, denn der Zutritt zur Wechselzone ist nur den Athleten gestattet. Aber Vasiliev,
Raelert, Jaskolka, Horstmann und Lange sind erfahrene Triathleten und jeder Handgriff ist
hunderte Male durchgespielt.

18.00 Uhr: Noch eine halbe Stunde bis zum Startschuss. Gemeinsames warm laufen
steht an. Beim Laufen noch einmal die jetzt immer mehr aufkommende Anspannung ein
wenig verdrängen.

18.15 Uhr: Teambetreuer Marco Göckus und Physioterapeut Carsten Wunderlich überprüfen
noch einmal die Ersatzlaufräder. Bei einer Reifenpanne oder einem technischen Defekt
könnten die Triathleten selbst, in einem extra dafür eingerichteten „PIT-Stopp“, auf der 5km
langen Radrunde, Vorder- oder auch Hinterrad wechseln.

18.20 Uhr: Die Buschhüttener Triathleten haben ihre hautengen Hightech – Anzüge
angezogen und begeben sich zum Start. Am Strandbad des Gifiz See.

18.25 Uhr: Noch 5 Minuten bis zum Startschuss. Vielen Tausend Zuschauer verfolgen jede
Bewegung der Höchstleistungssportler. Unter Ihnen auch die extra für diesen Wettkampf
angereisten Buschhüttener Fans um den 1.Vorsitzenden Volker Knuff. EJOT Fähnchen,
Tröten und eine große Fahne haben die extra angereisten Fans mitgebracht.

18.30 Uhr: Der Startschuss erfolgt und 75 Toptriathleten stürzen sich kopfüber in den 22
Grad warmen See. Das Wasser kocht und brodelt. Jeder der Triathleten möchte an der 375 m
entfernten Wendeboje als Erster ankommen. Doch wieder einmal ist es der Buschhüttener
Triathlet Ivan Vasiliev der das Feld anführt. Aber auch Marek Jaskolka, Michael Raelert und Tim Lange, befinden sich unter den besten zwanzig Athleten. Hauke Horstmann, bei dem das Schwimmen als erste Disziplin des Triathlons nicht zu seiner Stärke zählt, hat sich aber im Mittelfeld festgesetzt. Nach 750m steigen die Triathleten aus dem See und rennen in die nur wenige Meter entfernte Wechselzone. An der Spitze Ivan Vasiliev. Aber auch der für das Hansgrohe Team startende Weltmeister Daniel Unger befindet sich mit in der Spitzengruppe. Ebenso ist Olympia Teilnehmer Christian Prochnow vom Meisterschaft Konkurenten aus Witten unter ihnen. Dieses Trio wird kompletiert, von zwei an diesem Tag ganz starken jungen Potsdamer Mannschaft. Unter Ihnen der Juniorenweltmeister Gregor Buchholz. Gérade diese Konstellation macht aber Team  Manager Rainer Jung anfänglich großes Kopfzerbrechen. Diese erste Gruppe setzt sich relativ rasch auf der vier Mal zu durchfahrendenden Rad Runde, vom großen Verfolgerfeld ab. In dem ca. 30 Mann starken Verfolgerfeld, sind auch alle vier Buschhüttener. Aber auch die Konkurrenten aus Witten und Schramberg haben alle ihre Teammitglieder in dieser Gruppe platziert. Und in dieser Gruppe sind eben auch die 3 weiteren Starter des OSC Potsdam. Der sportliche Leiter Ralf Schneider und der Team Manager Rainer Jung verfolgen den Rennverlauf mit gemischten Gefühlen. Sollten die jungen Wilden aus Potsdam wohlmöglich das Zünglein an der Waage sein, um dem EJOT Team den notwendigen 3.Platz streitig machen und damit auch noch Meisterschaftssuppe zu versalzen ? Nein, an diesem Tag nicht. Also geht die Order an alle Fans und insbesondere die Betreuer des EJOT Team TV Buschhütten, sich jetzt nun an den Rand der zweimal zu durchlaufenden, 2,5 km langen Laufrunde zu stellen. Anfeuern, anschreien und motivieren, damit die Buschhüttener Triathleten die in den roten Trikots laufenden jungen Potsdamer Triathleten noch ein- und überholen. Gesagt, getan. Angefeuert von den Buschhüttener Fans wachsen den Mannen um Teamkapitän Michael Raelert förmlich Flügel. Während an der Spitze Weltmeister Daniel Unger einen ungefährdeten Einzelsieg einfährt, gelingt dem Russen Vasiliev mit Platz 4 erneut eine Spitzenresultat. Vielleicht wäre für Vasiliev noch mehr drin gewesen, hätte er nicht am Freitag die fast 2500 km lange Anreise aus Moskau ( mit dem eigenen Van !! ) in den Beinen gehabt. Vor Vasiliev nur Olympiateilnehmer Christian Prochnow und der an diesem Tag ganz starke Gregor Buchholz vom OSC Potsdam. Aber auch Marek Jaskolka spielt seine ganze Routine aus und belegt für das EJOT Team TV Buschhütten einen hervorragenden 8.Platz. Mit Platz 13 und Platz 14 finishen Tim Lange und Michael Raelert ebenfalls noch vor dem zweitbesten Triathleten des OSC Potsdam. Damit war klar, dass der so wichtige dritte Tagesplatz sicher ist. Auch Hauke Horstmann belegt mit Platz 23 noch einen guten Platz im vorderen Drittel aller Bundesligastarter.

Im Ziel dann ein unbeschreiblicher Jubel.

Deutscher Meister, Deutscher Meister, halt es aus allen Ecken. Nun gibt es kein Halten mehr.  Unbeschreibliche Jubelszenen spielen sich im Zielraum ab. Von Jubelschreien bis zu Tränen der Freude und Erleichterung ist alles dabei. Jahrelange, harte und entbehrungsreiche Zeit haben sich gelohnt. Das EJOT Team TV Buschhütten hat im Gepäck den höchsten nationalen Titel. Wie auf Bestellung sind auch einige Kisten einer bekannten heimischen Brauerei da. Jedoch nicht nur die heimischen Fans feiern den Sieg. Auch die Konkurrenten um den begehrten Meistertitel erkennen an, das das EJOT Team TV Buschhütten in diesem Jahre das konstanteste und damit beste Team der Triathlon Bundesliga war. Als eine der ersten gratulieren die Team Manager Heinz Lieblein vom Hansgrohe Team Schwarzwald und Richard Gutt vom ASICS Team Witten.
Das EJOT Team TV Buschhütten steht jetzt aber im Mittelpunkt der zahlreichen Medienvertreter. Filmkameras und viele Fotokameras sind auf die Buschhüttener Mannschaft gerichtet. Alle möchten den einzigartigen Moment festhalten.

21.00 Uhr: Siegerehrung. Zu erst wird das EJOT Team TV Buschhütten für seinen 3. Tagesplatz geehrt. Sieger wurde das Hansgrohe Team Schwarzwald mit der Platzziffer 33. Nur eine Platzziffer schlechter war das ASICS Team aus Witten. Wie dicht eben diese drei Mannschaften zusammen liegen, zeigt auch die Tatsache, dass auch das EJOT Team nur 6 Platzziffern vom Tageserfolg entfernt lag. Dann jedoch folgte der große Moment. Siegerehrung deutsche Meisterschaft. Und hier auf dem Podest mit der Nummer 1, das beste Team Deutschlands: EJOT Team TV Buschhütten. Mit 8 Punkten und der herausragenden Gesamtplatzziffer 73 belegt das EJOT Team TV Buschhütten Platz 1. Deutscher Vizemeister wird das ASICS Team aus Witten, das ebenso wie das Hansgrohe Team Schwarzwald 10 Punkte aufweist aber mit der Platzziffer 103, 57 Platzziffern vor dem Hansgrohe Team hat. Auf Platz 4 das Team aus Potsdam vor dem Team aus Griesheim.
Während die Buschhüttener Fans sich glücklich und zufrieden auf die Heimreise begaben, feierten die noch einen Tag in Offenburg bleibenden Buschhüttener Triathleten mit ihrem Betreuerstab bis früh am morgen.

3:00 Uhr: Marco Göckus, Rainer Jung, Ralf Schneider und der vom Sponsor, K&W Autovermietung ebenfalls extra nach Offenburg angereiste Geschäftsführer Hans Öhm, schließen die Bierklause im Hotel hinter sich ab.

Ein ereignisreicher Tag geht zu Ende. Erst jetzt, wenige Stunden nach dem Triumph und beim Schreiben dieses Berichtes realisiert Team Manager Rainer Jung so langsam was passiert ist.

Die Vision ist Wirklichkeit.

Sein EJOT Team TV Buschhütten ist Deutscher Mannschaftsmeister 2009 und seine Gedanken sind bei der Mannschaft, den treuen Fans, den vorbildlichen Betreuern und Begleitern, den Sponsoren und Partnern und eben den Sportlern. Ihnen Allen ist es zu verdanken, das dieser einzigartiger Moment Wirklichkeit wurde.